ePass - der neue biometrische Reisepass
6. Fazit
dien darüber, inwieweit der ePass seine angestrebten Ziele erreichen
kann, existierten ebenfalls nicht. Sowohl auf europäischer als auch
auf Bundesebene wird von Politikern verschiedener Parteien Kritik
geübt. Der Bundesrat bemängelt, dass die Länder in dem bisherigen
Verfahren zur Einführung biometrischer Merkmale erst sehr spät und
nur unzureichend von der Bundesregierung einbezogen worden
sind.
Allgemein kann die Informationspolitik des Bundes kritisiert werden
(vgl. Kapitel 5.6.4). Die offiziellen Informationsseiten zum ePass
vermitteln den Eindruck, es handele sich um eine ausgereifte und
risikofreie Technologie. So spricht beispielsweise das Bundesminis-
terium des Inneren von technisch perfekten Lösungen die ausrei-
chend getestet seien. Zur gleichen Zeit ergibt eine Studie des Bun-
desamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, dass der Ein-
fluss von Alterungseffekten auf die Erkennungsleistung Biometri-
scher Systeme bisher noch nicht ausreichend untersucht ist und vor
dem Echtbetrieb in einer konkreten Anwendung eine gründliche Un-
tersuchung der Funktionstüchtigkeit, der Erkennungsleistung und der
Überwindungssicherheit sinnvoll und notwendig erscheint.
Auf einer Informationsseite zum ePass suggeriert das BSI, ein Lesen
der Daten des ePasses sei wenn überhaupt - nur bis zu einer Entfer-
nung von höchstens 15cm möglich:
Ein aktives Auslesen über diese Entfernung
[10cm] hinaus ist beim für
den Reisepass verwendeten RF-Chip durch das Erhöhen der vom Lesege-
rät verwendeten Feldstärke maximal noch bis ca. 15 cm möglich. Darüber
hinausgehende Lesereichweiten sind aufgrund physikalischer
Gesetzmä-
ßigkeiten nicht realistisch.